Bei Restaurierungen
kommt es in besonderer Weise darauf an, mit heutigen Techniken und
modernen Rohstoffen annähernd ein Ergebnis wie damals zu erzielen.
Neben der geschichtlichen und örtlichen Einordnung eines Objekts
ist vor allem ein gutes Auge und Materialkenntnis gefragt. Die Kooperation
mit einem Restaurator mit besonders differenzierter Farbwahrnehmung
gewährleistet eine überaus originalgetreue Restaurierung
von Wänden, Fassaden und Reliefen. Projektplanung.
Die Arbeit an einem Sanierungsprojekt beginnt mit maßhaltigen
Fotos des Objekts, maßstabgenauen Zeichnungen sowie einer Reihe
von fachlichen Skizzen und Notizen. Dann werden Arbeits- und Herangehensweise
im Team diskutiert, Kostenschätzungen und Zeitschienen erarbeitet.
Nach Auftragserstellung werden zunächst Arbeitsproben erstellt,
Schwindungsberechnungen angestellt, ggf. ein neuer Ton aufbereitet
und erste Stücke modelliert und glasiert. Glasur
ist nichts anderes als eine Glasschicht auf einem gebrannten Ton (Scherben).
Es verhält sich genauso wie ein gefärbtes Glas oder eine
Emaille. Man kann Glas mit Metalloxiden (Eisen, Kobalt, Nickel, Kupfer
etc.) färben, aber auch mattieren und trüben. Glas hat im
Gegensatz zu einer Farbe eine stärkere Lichtbrechung, die Qualität
des einstrahlenden Lichtes (z.B. künstliches oder Tageslicht)
ist von entscheidender Bedeutung. Auch der Einstrahlungswinkel spielt
eine Rolle. Farben entstehen und verändern sich im Dialog mit
Licht. Alte Fliesen, Reliefe
und Mosaiken für den Innenbereich wurden meist im niedrigen
Temperaturbereich von ca. 1040° C gebrannt. Damals wurden in der
Regel bleihaltige Glasuren benutzt. Heute versuchen wir mit umweltfreundlicheren
Materialien zu arbeiten, was jedoch nicht immer möglich ist.
Die farbliche Bandbreite der Glasuren ist bei niedrigen keramischen
Temperaturen größer als im Steinzeugbereich (Fassaden,
Klinker und Fußböden, gebrannt bei ca. 1230° C und
mehr). Viele Glasuren lassen sich heute mit modernen Mitteln nachbauen,
d.h. neu zusammensetzen. Repliken
werden in Handarbeit, halbindustriell oder als Fertigfliese produziert.
Sonderformate bis ca. 100 x 100 cm sind ebenso möglich wie Reliefe
oder dekorierte Fliesen. Dekore werden mit Schablonen, Pinselmalerei
oder über moderne Drucktechniken hergestellt. Die richtige Glasur
wird aus unserem reichhaltigen Bestand entnommen oder empirisch im
Zusammenspiel von reichlich Erfahrung und gezielten Versuchsreihen
ermittelt.
Allein die heutigen Tone sind ein Problem. Der schneeweiße Scherben
vieler historischer Fliesen beispielsweise lässt sich heute nicht
mehr kosteneffizient herstellen. Stattdessen arbeiten wir mit einer
Zwischenschicht aus weißen Engoben. Anbringung.
In freier Werkgemeinschaft arbeiten wir (z.B. beim Verlegen ins Mörtelbett
oder fugenlosem Ansetzen von Fliesenwänden) eng zusammen mit
hervorragenden Fliesenlegermeistern.
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